Neue Parkinson-Station in Beelitz

MAZ - Artikel vom 26. November 2013

 

Ausbau der Kliniken in Heilstätten schafft Platz für Patienten –

Neue Parkinson-Station in Beelitz

Seit fast einem Jahr laufen die Renovierungsarbeiten für die neue Parkinson-Station der Kliniken in Beelitz-Heilstätten. In dieser Woche findet nun die offizielle Abnahme statt, der Umzug der Patienten soll im neuen Jahr erfolgen.

Beelitz-heilstätten. Die Gebäude der dreiteiligen Klinik prägen das Stadtbild von Beelitz-Heilstätten. Die im Eiermann-Stil gehaltenen Häuser stehen allerdings allesamt unter Denkmalschutz. Die damit usammenhängenden strengen Auflagen erschweren Renovierungs- und Ausbauarbeiten erheblich und verbieten sie zum Teil sogar ganz. Dies hat zur Folge, dass einige von ihnen komplett leer stehen und verfallen, was einen Wegfall von Räumlichkeiten bedeutet, die insbesondere die Parkinson-Station gebrauchen könnte. Deshalb hat sich die Klinik dazu entschieden, den zur Verfügung stehenden Platz bestmöglich zu nutzen und das Gebäude der ehemaligen Deutschen Klinik in ein reines Parkinson-Zentrum umzubauen.

Das rund 10.000 Quadratmeter große Gelände der Kliniken beherbergt neben einer neurologischen Rehabilitationsklinik auch ein Fachkrankenhaus für neurologische Frührehabilitation und das neurologische Fachkrankenhaus für Bewegungsstörungen / Parkinson. Weiterhin gehören eine eigene Service-Gesellschaft, ein ambulanter Pflegedienst und eine Akademie für Aus- und Fortbildungen zu den Kliniken.

Bisher war das Akutkrankenhaus für Parkinson-Patienten mit im Hauptgebäude untergebracht. Das in den 90er Jahren renovierte Haus bot dadurch jedoch lediglich 108 Betten für Patienten der neurologischen Frührehabilitation Platz.

Um nun für beide Fachbereiche mehr Betten und bessere räumliche Gegebenheiten zu schaffen, investierte die Klinik im Frühjahr 2013 neun Millionen Euro aus eigenem Kapital für die Sanierung des bisher leer stehenden Gebäudes. Das dadurch entstehende Zentrum für Patienten mit Parkinson und anderen Bewegungsstörungen ist künftig eins von insgesamt nur elf weiteren Parkinson-Zentren deutschlandweit.

"Das ist eine Zusage und ein Bekenntnis für den ganzen Standort", sagt Geschäftsführer Georg Abel. Insgesamt 63 Betten gibt es künftig im neuen Parkinson-Zentrum. Weihnachten und Neujahr feiern die Patienten jedoch noch auf der alten Station, der Umzug erfolgt erst Anfang Januar. Die dadurch frei werdende Fläche im Akutkrankenhaus für Frührehabilitation soll dann ebenfalls für eine Erweiterung und einen Ausbau genutzt werden.

Die Einrichtungen des Unternehmens Recura Kliniken GmbH gehören neben der Bundeswehr zum wichtigsten Arbeitgeber der Region, 200 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen durch die bauliche Erweiterung.

"Ein Projekt in dieser Größenordnung ist für einen einzigen Standort in Deutschland bisher einmalig", so Klinikleiter Georg Abel. Dabei wurden neben Verwaltungsmitarbeitern und therapeutischem wie medizinischem Fachpersonal vor allem 80 neue Pflegekräfte benötigt. "Durch den Pflegekräftemangel in Verbindung mit unserem etwas außerhalb gelegenen Standort hat sich die Suche nach Pflegepersonal schwierig gestaltet", sagt Georg Abel. Deswegen hat sich die Klinik dafür entschieden, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Im ersten Teil des Bewerbungsverfahrens wurden 63 Pflegekräfte aus Spanien, Ungarn und Polen angestellt, 16 bis 20 weitere aus Bulgarien sollen noch folgen. In einem speziell von der EU und der Bundesregierung finanzierten Sprachförderprogramm wird das neue Personal geschult und auf die Arbeit auf der Station vorbereitet. Der Unterricht findet an der Akademie der Kliniken statt, damit das neue Personal den Standort kennenlernen kann. Zusätzlich wurde eine Integrationsbeauftragte an die Klinik berufen, die die Pflegekräfte bei alltäglichen Aufgaben wie dem Kauf eines Autos oder der Wohnungssuche unterstützt. "Die ersten 25 legen im Dezember bereits ihre Sprachprüfung ab", freut sich Recura-Pressesprecherin Mandy Schuster.

Trotzdem wird auch darüber hinaus noch Personal benötigt. "Pflegekräfte, Therapeuten und Ärzte für die achbereiche Innere Medizin, Anästhesie und Neurologie sowie Reinigungs- und Servicekräfte und Köche können sich gern weiterhin bewerben", sagt Mandy Schuster.

Von Sandra Redlich